Evangelisch-lutherische
Kirchspiele Buttelstedt und Neumark

"Das Lied vom blühenden Mandelzweig" kennen Sie? Es passt so wenig wie eine gerade erblühende Rose in die winterliche Zeit. Doch gehört es wohl gerade deshalb da genauso hinein wie "Es ist ein Ros entsprungen". Das Lied vom Mandelzweig beginnt so: "Freunde, dass der Mandelzweig blüht und treibt, ist das nicht ein Fingerzeig, dass die Liebe bleibt?" In der dritten Strophe heißt es dann: "Tausende zerstampft der Krieg, eine Welt vergeht. Doch des Lebens Blütenzweig leicht im Winde weht." Diese Zeilen hat der jüdische Theologe Schalom Ben Chorin im Jahr 1942 in Palästina formuliert. Dorthin war er emigriert, weil ihm in Deutschland die Vernichtung des Lebens drohte. In München wurde Ben Chorin ein Jahr vor dem Ersten Weltkrieg als Fritz Rosenthal geboren, Palästina erreichte er 22 Jahre später, also 1935. Dort nahm er dann einen neuen Namen an. Er nannte sich Schalom Ben Chorin, was auf Deutsch heißt: Frieden. Sohn der Freiheit. Wir leben in Deutschland mit unglaublichen Freiheiten. Im Jahr 2020 beschränken wir uns selbst, um die eigene Gesundheit und die Gesundheit anderer nicht zu gefährden. Eine Seuche ist ausgebrochen. Wir üben Solidarität! Weise Entscheidungen sind von uns allen in der Coronasituation jeden Tag gefordert. Meine eigene Freiheit zugunsten anderer freiwillig einschränken. Das ist nicht immer leicht. Viele Fragen tauchen auf: Was ist verhältnismäßig? Kann dieses Treffen stattfinden, oder im Moment doch nicht? Die einen profitieren von der Krise ... Fahrräder finden reißenden Absatz, die Lebensmittelbranche machte im Frühjahr dieses Jahres so viel Umsatz wie sonst nur zu Weihnachten. Andere bangen um Ihre Existenz. Gastronomie und Hotelbetriebe wissen nicht mehr wie es weiter gehen soll. Die zweite Welle trifft uns in unseren Orten, in den Familien und der Arbeit weitaus härter. In der Bibel geht es in solch einem Fall ums nackte Überleben. Die Menschen der Vorväter und Vormütter haben es mit diesen drei Katastrophen zu tun: Krieg, Hunger und der Pest. Auch so etwas wie Quarantäne ist bekannt und wird gelebt, wenn jemand mit einer Erkrankung vor sich her ruft: "unrein, unrein", dann heißt das so viel wie: "Haltet Abstand, ich bin ansteckend und krank." Bis weit ins 19. Jhd. hinein reagierten die Menschen mit Bußgottesdiensten. Sie suchen die Nähe Gottes und seinen Trost inmitten von schweren Erfahrungenund Leid. Das Lied vom blühenden Mandelzweig singt von einer unerklärlichen Hoffnung: "Eine Welt vergeht, doch des Lebens Blütensieg leicht im Winde weht." Wir singen: "Es ist ein Ros entsprungen aus einer Wurzel zart, wie uns die Alten sungen, von Jesse kam die Art und hat ein Blümlein bracht mitten im kalten Winter ..." Die Geschichte von der winterlichen Geburt Jesu fasst das Bild der erblühenden Rose zusammen. Gott tröstet. Gott will befrieden. Bei allem Ungemach, dass wir in diesem Jahr zu tragen und erleiden haben, so ist die Freiheit, die wir im Glauben an ihn finden, stärker als alles was die Welt sonst zu bieten hat. "Wir haben ja unseren Glauben", sagte mir eine ältere Dame aus unserer Gemeinde, deren Mann ernsthaft erkrankt ist. Ich spüre: Sie lebt seit vielen Jahrzehnten ihres Lebens aus der tiefen Gewissheit heraus: "Freunde, dass der Mandelzweig sich in Blüten wiegt, bleibe uns ein Fingerzeig, wie das Leben siegt."Herzliche Grüße Pfarrerin Denise Scheel

"Herzliche Grüße"

Pfarrerin Denise Scheel

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